Zecken stellen als Überträger von Krankheiten weltweit ein Problem dar. Sie gehören nicht zu den Insekten, sondern zu den Spinnentieren (Arachnidae). In unseren Breiten leben rund zwei Dutzend Arten, von denen acht medizinische Bedeutung haben. In erster Linie ist der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) für die Übertragung von Krankheiten auf den Menschen verantwortlich.
Im Laufe ihrer Entwicklung sind Zecken meist mehrere Male auf eine Blutmahlzeit angewiesen. Um einen Spender zu finden, setzen sie sich auf Gräser, auf Farnkraut oder auf die Unterseite von Blättern und Büschen und warten oft mehrere Monate lang. Orten sie einen Wirt, lassen sie sich fallen und suchen eine geeignete Stelle zum Blutsaugen. Beim Menschen graben sie bevorzugt an feuchtwarmen Hautstellen wie Achselhöhlen oder Schamgegend. Der mit Widerhaken besetzte Stechrüssel faltet sich nach dem Einstich wie ein Regenschirm auf, um die Zecke in der Haut zu verankern. Der Saugvorgang kann ungestört bis zu neun Tage dauern. Nach der Blutaufnahme kann die Größe der Zecke auf ein Vielfaches anwachsen.
Der Stich als solcher ist fast nicht spürbar, da gleichzeitig schmerzstillende Sekrete abgegeben werden. Häufig bleibt an der Stichstelle nur eine leichte Rötung sichtbar. Durch den Zeckenspeichel, in manchen Fällen auch über den Zeckenkot, können Krankheitskeime übertragen werden.
Zecken sind Überträger der nur in bestimmten Gebieten (Endemiegebieten) vorkommenden Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME, Viruserkrankung) und der etwa 100-fach häufigeren und in allen gemäßigten Klimazonen auftretenden Borreliose (bakterielle Erkrankung).